Mensch Kunst Natur

kunstpaedagogische werkstatt

Magdeburg, ehemalige Werkzeugmaschinenfabrik

18. - 21. November 1999

was ist natur ? was ist nicht natur ? wenn der mensch ein naturwesen ist, kann irgend etwas, das er tut, dann ueberhaupt nicht-natur sein ? kann man in den werken des menschen spuren des natuerlichen entdecken ? ist das natuerliche, das organische nicht das muster fuer menschliches tun ? oder sollte es sein ? was passiert mit dem kuenstlichen, wenn der mensch weg ist ? verbruedern sich dann natur und nicht-natur ? finden wir in dem dann wieder natur gewordenen spuren des menschen ? ist moeglicherweise der mensch das einzig nicht-natuerliche in dieser welt, weil er sein natur-sein ignoriert ...

 

...spuren

landesarbeitsgemeinschaft kulturpaed. einrichtungen und

jugendkunstschulen sachsen-anhalt e. V.

 

 


spuren

kunstpaedagogische werkstatt, magdeburg,

ehemalige werkzeugmaschinenfabrik,

18. - 21. November 1999

 

hintergrund der letzten kunstpaedagogischen werkstaetten der lag war der gedanke der fruchtbaren begegnung von kunst und oekologie, ohne dass dabei die kunst zum plakativen sprachrohr der umweltbildung werde. vielmehr ist es die idee, dass das aesthetische arbeiten an der natur das verhaeltnis zur natur positiv beinflussen koenne. was man fuer schoen haelt,wird man pfleglicher behandeln.

es zeigt sich aber, dass damit nichts gewonnen ist. dieselben, die einen sonnenuntergang im gebirge atemberaubend finden, haben z. B. kein problem, zu hause massenhaft muell zu produzieren. offenbar verfuehrt uns die strikte trennung von hier: mensch und da: natur zur reduzierung von umweltschutz auf die bewahrung idyllischer naturreservate.

in unserer dritten werkstatt wollen wir uns deshalb mit einem anderen gedanken befassen.

wenn wir das wort um-welt woertlich nehmen und uns als natuerliche wesen begreifen, ist durch unser tun auch das scheinbar nicht-natuerliche natur und unser taegliches umfeld ein stueck um-welt. wir gehen daher in einen raum, den kein mensch als umwelt oder gar natur bezeichnen wuerde, in ein altes industrieareal. dort werden wir uns einige fragen stellen:

kann man eine produktionsstaette als organismus begreifen, der lebt und stirbt ? woran stirbt ein werk ? wovon lebt es ? welche rolle spielt der mensch darin und was wird aus ihm danach ? wie verhaelt sich dieser organismus zu anderen und wie diese zu ihm ? welche unterschiede und gemeinsamkeiten gibt es zwischen diesem kuenstlichen und so genannten natuerlichen organismen ?

wir wollen spuren von antworten suchen und diese kenntlich machen, spuren natuerlicher prozesse, der anwesenheit von leben. und wir wollen gleichzeitig die mehr oder weniger spontane selbstorganisation unserer arbeit beobachten und dokumentieren als ein system wechselwirkender kraefte, als organisches gebilde also. vielleicht werden wir ja sehen, dass es hinsichtlich der funktionsweise solcher systeme keinen so grossen unterschied zwischen einem werk, einer stadt und beispielsweise einem ameisenhaufen gibt.

 


Ablauf

Donnerstag, 18. November

- bis 17 Uhr anreise

- danach vorstellung der teilnehmer und kuenstlerischen betreuer, organisation

- danach werksfuehrung

- danach erste ueberlegungen, vorbereitung

Freitag, 19. November

- ab 9 Uhr Arbeit am Ort

Samstag, 20. November

- wie vortag

Sonntag, 21. November

- ab 9 Uhr, letzte vorbereitungen

- ca. 14Uhr Rundgang, danach ende

kuenstlerische Betreuer

Gia Miminoshvili,

kunstakademie tbilissi

Ronald Wuethrich

- jg. 56, basel; maler, galerist, taetigkeit u. a. an der neuenkunstschule basel

 

Material

spuren 1, - installationen: fundstuecke, raeume

 

spuren 2 - beobachtung, dokumentation: video, foto, klang, zeichnung u.a.

alle materialien werden gestellt,

nachbearbeitung video: offener kanal magdeburg, foto: haus kle magdeburg

bitte warme sachen mitbringen. fuer uebernachtung kann gesorgt werden; bedarf bei anmeldung bitte angeben.

Anmeldung

bitte schriftlich an:

LAG kulturpaedagogische einrichtungen und jugendkunstschulen

sachsen-anhalt e. V.

erich-weinert-str. 27

39104 magdeburg

oder email an:

lueddemann.t@t-online.de

anmeldeschluss:

12. November 1999

teilnahmeentgelt:

30,- DM lag-mitglieder

60,- DM alle anderen

in dem preis sind alle kosten

ausser uebernachtung und essen enthalten.

noch ein hinweis

am ende gibt es wieder eine teilnahmebescheinigung. um die anerkennung als lehrerfortbildung bemuehen wir uns.

 

zurück